Die Kündigung

Kündigungsschreiben

Im Laufe Ihres beruflichen Werdegangs kann es zu verschiedenen Formen einer Kündigung kommen. Damit Sie bei jeder Form der Kündigung gut informiert sind, möchten wir Ihnen die verschiedenen Arten von Kündigungsschreiben aufzeigen.

Eine betriebsbedingte Kündigung

Wie es die Art der Kündigung schon verrät, geht es hier um eine Kündigung, die aufgrund von betrieblichen Gründen ausgesprochen wird. Und doch können die Gründe hier sehr vielfältig sein und sind oft von dem Arbeitnehmer auf den ersten Blick nicht erkennbar. So kann es sich im Fall einer betriebsbedingten Kündigung um eine Rationalisierungsmaßnahme handeln, in der der Arbeitgeber aus wirtschaftlichen Gründen die Zahl seiner Mitarbeiter reduzieren muss. Doch auch die Tatsache, dass immer mehr Tätigkeiten durch Unternehmen ausgesourct werden, kann zum Wegfall der einen oder anderen Arbeitsstelle führen. Ein Arbeitgeber kann so eine betriebsbedingte Kündigung jedoch nicht willkürlich und ohne rechtsgültigen Grund ausführen und muss sich auf jeden Fall mit dem Thema Sozialauswahl beschäftigen. Viele dieser Kündigungen enden vor einem Arbeitsgericht. Im Zweifelsfall sollten Sie immer einen Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen und sich genau über Ihre Möglichkeiten informieren. Ihr Rechtsanwalt wird Ihnen dann zur Seite stehen, wenn es darum geht, Ihre Interessen durchzusetzen. Informieren Sie sich also über den Sozial-Plan, den genauen Grund der Kündigung und auch ob Ihnen eine Abfindung zusteht. Wichtig ist, dass Sie wissen, dass eine betriebsbedingte Kündigung vom Arbeitgeber immer nur als letztes Mittel eingesetzt werden darf und er somit immer in der Erklärungspflicht ist. Die juristische Seite besagt an dieser Stelle, dass vor einem betriebsbedingten Kündigungsschreiben immer die Option Kurzarbeit oder auch Änderungskündigung in Betracht zu ziehen ist.

Eine personenbezogene Kündigung

Bei einer personenbezogenen Kündigung wird dem Arbeitnehmer immer ein schuldhaftes Verhalten unterstellt; dabei wird sich der Arbeitgeber auf fehlende Fähigkeit oder auch auf ein fehlerhaftes Verhalten beziehen. Doch auch Krankheiten und die Tatsache, dass eine Arbeitsstelle lange unbesetzt ist und das dem Unternehmen wirtschaftlichen Schaden zuführt, kann zu einer personenbedingten Kündigung führen. Nicht selten enden auch diese Kündigungsschreiben mit dem Gang zum Rechtsanwalt, denn bevor ein Arbeitgeber hier ein Kündigungsschreiben anfertigen kann, muss er zwingend eine Abmahnung verfassen und dem Arbeitnehmer damit die Chance geben, sein Verhalten positiv zu verändern. Allerdings kann der Arbeitgeber auch hier punkten, wenn er nachweisen kann, dass das Verhalten des Arbeitsnehmers nachweislich einen wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen darstellt.

Eine verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung kann sehr viele Ursachen haben, doch immer wird hier Ihr persönliches Verhalten als Ursache definiert. Zugrunde gelegt werden hier oft Straftaten oder Handlungen, die gegen die Vereinbarungen Ihres Arbeitsvertrages verstoßen. Doch auch Handlungen, die auch außerhalb einer Arbeitsstelle zu einer Anzeige führen können. Folgende Punkte werden im Arbeitsrecht definiert: Straftaten jeglicher Art, Ausländerfeindlichkeit, Verstoß gegen die Schweigepflicht, Alkohol am Arbeitsplatz oder alkoholisiert auf der Arbeit, nicht genehmigter Nebenerwerb, Beleidigungen gegen Kollegen oder den Chef, Mobbing, Störung des Betriebsklimas, Verstoß gegen Regeln am Arbeitsplatz, Arbeitsverweigerung, Verstoß gegen das Verbot der Handynutzung, anhaltende schlechte Arbeitsleistung oder auch mehrfache Unpünktlichkeit.

Eine außerordentliche Kündigung

Die Kündigungsform, die ohne eine gesetzliche Kündigungsfrist durchgeführt werden kann und auch als fristlose Kündigung bezeichnet wird, tritt aufgrund einer schweren Störung des Arbeitsverhältnisses ein. Im Gegensatz zu einer ordentlichen Kündigung gilt hier für beide Seiten, dass auf die gesetzliche Frist laut Arbeitsvertrag verzichtet werden kann, weil es dem Arbeitgeber oder auch dem Arbeitnehmer nicht mehr zumutbar ist, das Arbeitsverhältnis weiter fortzuführen. In den meisten Fällen wird aber auch hier erwartet, dass der Arbeitgeber vor dem Aussprechen einer außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung verfasst. Sollte es später zu einem Gerichtsverfahren vor dem Arbeitsgericht kommen, so könnte gerade das Weglassen einer Abmahnung für Sie als Arbeitnehmer Ihre Position sehr stärken. Wichtig ist zu wissen, dass das Arbeitsgesetz zwar vorsieht, dass die gesetzliche Kündigungsfrist nicht eingehalten werden muss, aber dennoch eine Standard-Frist von zwei Wochen ab dem Zeitpunkt, wenn die fristlose Kündigung ausgesprochen wird, einzuhalten ist. In vielen Unternehmen ist es üblich, dass der Mitarbeiter für diese Zeit freigestellt wird.

Eine Änderungskündigung

Entgegen aller anderen Kündigungsformen ist die Änderungskündigung nicht mit dem Verlust des Arbeitsplatzes verbunden. In diesem Fall wird das Arbeitsverhältnis zwar ebenfalls gekündigt, aber nur unter der Prämisse, unverzüglich einen neuen Arbeitsvertrag abzuschließen. Änderungskündigungen werden oft im Falle einer Betriebsverlagerung oder bei Umstrukturierungen durchgeführt. Oft ist eine Änderungskündigung allerdings zum Nachteil des Arbeitnehmers und sollte aus diesem Grund nicht einfach angenommen werden. Unter Umständen greift hier eine Kündigungsschutzklage. Für den Fall, dass Sie schlechtere Bedingungen angeboten bekommen, können Sie die Änderungskündigung unter Vorbehalt unterschreiben und eine gerichtliche Prüfung des neuen Vertrages durchführen lassen. Auch ohne gerichtlichen Beistand sollten Sie wissen, dass eine Änderungskündigung immer auch an gesetzliche Fristen gebunden ist, die zeitlich zwischen einem und sieben Monaten liegen können. Welche Fristen für Sie zutreffen, können Sie Ihrem aktuellen Arbeitsvertrag entnehmen und mit Hilfe Ihrer Betriebszugehörigkeit herausbekommen.(K.S.)