Das Arbeitszeugnis

Ein gutes Arbeitszeugnis kann die Jobsuche ziemlich erleichtern. Doch was in der schriftlichen Beurteilung positiv klingt, ist nicht immer so gemeint. Nur ein Wort kann den Unterschied ausmachen. Verschlüsselte Botschaften sagen dem zukünftigen Arbeitgeber, was ihn beim Bewerber erwartet, ob er zuverlässig, fleißig, pünktlich usw. ist. Es ist daher wichtig, zwischen den Zeilen zu lesen. Nachfolgend wird erklärt, wie man ein gutes und schlechtes Zeugnis unterscheidet und welche Aussagen sich wirklich hinter den Geheimcodes der Chefs verbergen.

In Schulnoten aufgeschlüsselte Codes

  • „Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ entspricht der Schulnote „sehr gut“. In diesem Fall kann das Wort „stets“ auch durch die Worte „jederzeit“ oder „immer“ ersetzt werden.
  • „Stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ entspricht der Schulnote „gut“. Hier können ebenfalls die Worte „immer“ oder „jederzeit“ das Wort „stets“ ersetzen.
  • „Stets zu unserer Zufriedenheit“ oder „Zu unserer vollen Zufriedenheit“ entspricht der Schulnote „befriedigend“.
  • „Zu unserer Zufriedenheit“. Das Zeugnis zeigt nur ein „ausreichend“.
  • „Im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit“ entspricht der Schulnote „mangelhaft“.
  • „Zu unserer Zufriedenheit zu erledigen versucht“ entspricht der Schulnote „ungenügend“.
  • Ein völliges Fehlen der Leistungsbewertung bedeutet, dass die Leistungen des Arbeitnehmers „mangelhaft bis ungenügend“ waren.

In der Regel kann man sagen, dass ein Zeugnis, in dem Superlative und Zusätze, wie beispielsweise außerordentlich, hervorragend oder jederzeit, verwendet wurden, ein gutes Zeugnis ist.

Neben dem Vorgenannten gibt es weitere Formulierungen, die verschlüsselte Negativ-Botschaften enthalten.

Nicht selten sind folgende Beispiele:

  • Er hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden – In diesem Fall war zwar der gute Wille vorhanden, mehr aber nicht.
  • Er erledigte alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse – Er war zwar eifrig und hat sich angestrengt, blieb aber erfolglos.
  • Sein umfassendes Wissen machte ihn zu einem gern gesehenen Gesprächspartner – Das bedeutet, dass der Mitarbeiter während der Arbeitszeit oft und lange Privatgespräche führte.
  • Für seine Arbeit zeigte er Verständnis – heißt, er war faul und hat nichts geleistet.
  • Er kann Aufgaben erfolgreich delegieren = Er ist ein Drückeberger.
  • Er hat eine freundliche und gesellige Art / Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei – Er hat eine Schwäche für Alkohol und neigt zu übertriebenem Alkoholgenuss.

Der Schluss-Satz

Wichtig ist auch die Formulierung des Schlusssatzes, denn wenn in ihm bestimmte Formulierungen fehlen, kann die Wertung des Zeugnisses, das eigentlich sehr gut ist, deutlich abgestuft werden. So sollte im Zeugnis für die Zusammenarbeit gedankt werden, sowie das Bedauern über das Ausscheiden und die Zukunftswünsche ausgesprochen werden. Wenn die Dankesformel ganz fehlt, deutet dies auf eine insgesamt schlechte Arbeitsleistung hin.